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Landfrauen im Wandel der Zeit

vom Landesverband der Landfrauen Saar e.V.
zum Landesverband der SaarLandFrauen e.V.
Chronik 1957 - 2007

Die Geburtsstunde des Landfrauenverbandes Saar e.V. war die Gründungsversammlung am 10. Januar 1957 in der Landwirtschaftsschule Blieskastel mit 28 Frauen aus dem Saar-Pfalz-Kreis, dem Stadtverband, sowie aus den Kreisen Saarlouis und St. Wendel.

Eingeladen hatte Beate Koch und beschlossen wurde die Gründung eines Verbandes, um die Interessen der Bäuerinnen besser vertreten zu können und sie "in ihrem beruflichen Wissen und Können laufend zu fördern".

Zur 1. Vorsitzenden wurde Annemarie Lindemann aus Blieskastel gewählt, ihre Stellvertreterin wird Frieda Sandmeier aus Böckweiler.

Sehr bald werden die ersten Landfrauen-Ortsvereine im Saar-Pfalz-Kreis und im Stadtverband gegründet:
am 23.01.1957 Böckweiler, am 25.01.57 Limbach, am 29.01.57 die Vereine Bischmisheim und Ormesheim, am 26.02.57 Webenheim, am 01.03.57. Niederwürzbach und am 06.12.57 Niederbexbach.

Im Kreis Saarlouis wird am 19.10.1957 in Felsberg der erste Landfrauenverein gegründet.

Im Kreis Merzig-Wadern wird der erste Landfrauenverein im Sommer 1958 in Münchweiler gegründet.

Die anderen Kreise folgen: am 07.11.1963 Ottweiler-Steinbach im Kreis Neunkirchen durch Ernst Platz, und im Kreis St. Wendel entsteht am 10.11.1970 der erste Ortsverein in Mosberg-Walhausen. Wolfersweiler-Nohfelden wird der 50. Landfrauenverein des Saarlandes und mit Freisen-Reitscheid gründete sich am 27.03.1996 der vorerst letzte Verein des Landfrauenverbandes.

Die Landwirtschaftsschulen sind es, unter deren fachlicher Betreuung die Bäuerinnen geschult und die Landfrauenvereine gegründet werden.

In Saarlouis sind es Katharina Bernhard und Anneliese Diem, in Blieskastel ist es Beate Koch, die dann auch die erste Landesgeschäftsführerin im Saarland wird, in Merzig ist es Annette Hartung und in St. Wendel ist es nach ihrer Versetzung dorthin, Maria Jochem.

Bereits am 26. März 1957 findet unter der Regie des Landesvorstandes der erste Landfrauentag in Saarbrücken statt.

Verein um Verein wird gegründet. Maria Jochem, Lehrerin an der Landwirtschaftsschule Blieskastel, ist dabei die treibende Kraft. Wo sie eingesetzt ist, werden Vereine gegründet: angefangen im Saar-Pfalz-Kreis über Losheim und schließlich in St. Wendel.

Der LFV Saar ist von Anfang an eingebunden in den Deutschen Landfrauenverband, bei dem er Mitglied ist und jährlich Beiträge bezahlt.

Am 01.07.1958 hat der LFV Saar schon 251 Mitglieder.

Die Leiterinnen der Mädchenabteilung der Landwirtschaftsschulen Merzig und Losheim werden in den Vorstand aufgenommen.

Kontakte werden gepflegt, Mitgliedschaften mit anderen Verbänden eingegangen:

1961 tritt der junge Landfrauenverband dem Bauernverband als kooperatives Mitglied bei. Auch zu Landjugend, Landwirtschaftskammer, Frauenrat, Verbraucherzentrale, Ministerien und Kommunen werden Beziehungen aufgebaut.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landwirtschaftsschulen aber sind nach wie vor Dreh- und Angelpunkt der ideellen und finanziellen Unterstützung. Ihre Gehälter werden aus öffentlichen Mitteln bezahlt und dadurch kann die Förderung der Bäuerinnenbildung qualitativ und quantitativ auf hohem Niveau erfolgen.

Die Verbandsarbeit beginnt mit Vorträgen, Seminaren, Lehrfahrten, Landfrauentagen und Freizeitgestaltung.

Im Sommer 1960 übernimmt Heidi Neitzert die Landesgeschäftführung.

Sie ist an der Landwirtschaftsschule in Blieskastel angestellt und betreut nun schon 20 Landfrauenvereine mit 526 Mitgliedern.

Es werden in den folgenden Jahren viele Seminaren durchgeführt, großzügig gefördert vom Bundesministerium für Landwirtschaft. Auch andere Einrichtungen und Firmen entdecken die Landfrauen als Zielgruppe für ihre Angebote und Produkte.

Ab 1961 sind die Landfrauen in der Landwirtschaftskammer vertreten.

Zunächst durch Helene Beck, später durch Ruth Hüther, Christel Steitz und zur Zeit durch Christel Altmeier.

1963 wird Wally Nacken in den Vorstand der Verbraucherzentrale gewählt.

Anfang 1969 muss Heidi Neitzert aus gesundheitlichen Gründen die Geschäftführung aufgeben, Beate Koch übernimmt sie noch einmal kommissarisch. Die Geschäftsstelle ist nun in Saarbrücken beheimatet.

Am 26.11.1970 wird die Arbeitsgemeinschaft ländliche Erwachsenenbildung (ALE) gegründet. Zusammen mit sechs anderen Verbänden und Gruppen aus Landwirtschaft und ländlicher Raum soll die Bildungsarbeit gestärkt werden. Hilde Schürmann, die damalige Kreisvorsitzende in Saarlouis, wird die erste Vorsitzende.

Am 01.01.1972 wird Annegret Fedisch an der Landwirtschaftskammer angestellt.

Sie übernimmt die Geschäftsführung des Landfrauenverbandes und löst Beate Koch ab, die mit 68 Jahren noch als Stellvertreterin bleibt. Annegret Fedisch kann in ihrer Arbeit auf Kolleginnen wie Mechthild Meiers, Heide Sauermann, Maria Mörsdorf, Maria Jochem, Johanna Sand und Edeltrud Reichard bauen.

Am 12.03.1972 kandidiert Annemarie Lindemann nicht mehr für das Amt der Landesvorsitzenden. Zu ihrer Nachfolgerin wird Hannelore Zöllner aus Saarbrücken gewählt. Leonie Fontaine aus Münchweiler und Wally Nacken aus Ensheim bilden mit ihr die neue Führungsspitze. Die Geschäftsstelle zieht mit Annegret Fedisch nach Saarlouis. Ende des Jahres wird die ALE vom Kultusministerium als Einrichtung der allgemeinen Erwachsenenbildung anerkannt und finanziell gefördert.

Nach nicht einmal einem Jahr muss Hannelore Zöllner ihr Amt als Landesvorsitzende aus gesundheitlichen Gründen aufgeben.

Im Dezember 1975 wird Christel Steitz aus Homburg-Websweiler zur neuen Landesvorsitzenden gewählt.

1976 zieht Annegret Fedisch mit der Geschäftstelle nach Merzig um.

Landfrauentage auf Bundes- und Landesebene, Berlinfahrten und Lehrfahrten und viele Vorträge und Seminare sind zu organisieren. Die Landfrauen nehmen mit einem eigenen Stand erstmals an der saarländischen Verbrauchermesse "Welt der Familie" teil. 1977 gibt es im Saarland bereits 3800 Landfrauen, die sich in 63 Ortsvereinen organisiert haben.

1980 ist der Weltlandfrauenkongress in Hamburg. Ein Bus mit der saarländischen Landfrauendelegation fährt dort hin. Helga Becker aus Weiten wird zur stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt.

1982 ist der Bundesvorstand des Deutschen Landfrauenverbandes zu einer Klausurtagung im Saarland eingeladen.

Ab 1985 wird das Verbandsabzeichen der Landfrauen, die Biene, auch im Saarland für lang-jährige Verdienste an Orts-, Kreis- und stellvertretenden Landesvorsitzenden verliehen.

1988 löst Christel Hauter aus Ottweiler Wally Nacken nach 25 Jahren im Vorstand der Verbraucherzentrale ab.

1989 wird die Stelle der Landesgeschäftsführerin neu besetzt.

Mit Maria Rings-Kleer wird eine junge Frau angestellt, die zwar aus der Landwirtschaft, aber nicht mehr aus den Reihen der Landwirtschaftsschulen kommt. Damit wird die Selbständigkeit des Verbandes eingeleitet.

Die Geschäftsstelle ist nun in der noch einzigen Landwirtschaftsschule des Saarlandes in Saarbrücken beherbergt.

Helga Becker wird zur stellvertretenden Vorsitzende des Frauenrates gewählt.

Am 10.05 1990 wird Hedwig Garbade in Losheim zur neuen Landesvorsitzenden gewählt. Christel Steitz, die als Abgeordnete in den Landtag einzieht, kandidiert nicht mehr. Helga Becker und Irmtrud Schmitz werden als stellvertretende Landesvorsitzende in Ihren Ämtern bestätigt.

Nach einer Erhebung im Jahre 1990 sind noch 713 Bäuerinnen im Landfrauenverband vertreten. Bei 5581 Mitgliedern macht ihr Anteil nur noch 13% aus.

Im Mai 1993 rückt Elke Bernd aus Homburg für Irmtrud Schmitz als stellvertretende Landesvorsitzende nach.

Hedwig Garbade vertritt den Verband als Mitglied in der Vertreterversammlung der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft, der landw. Alterskasse und der landw. Krankenkasse.

Am 26.11.1993 wird die LandfrauenBildungsEinrichtung als Einrichtung der allgemeinen Erwachsenenbildung anerkannt. Ab Januar 1994 werden die Personalkosten der Landesgeschäftsführerin mit 40% bezuschusst.

Mit dem Beschluss der Agrarverwaltungsreform Ende 1993 wird die Landwirtschaftsschule Saarbrücken aufgelöst und in die Landwirtschaftskammer eingegliedert.

Die Kreisgeschäftsführungen werden im Laufe der nächsten Jahre durch ehrenamtlich tätige Frauen besetzt. Den Anfang machen im Saar-Pfalz-Kreis Anita Wagner aus Wolfersheim, in Merzig Helga Becker aus Weiten und in Neunkirchen Irene Raber aus Hirzweiler.

Die Landesgeschäftsstelle zieht 1994 in das Haus der Landwirtschaftlichen Sozialversicherungsträger um. Ebenso wie auch der Bauernverband Saar e.V..

Ab 01.01.1995 erhalten die Bäuerinnen eine eigene Rente.

Am 8. März 1995 erhalten die Landfrauen aus Ottweiler-Steinbach den Aequitas-Preis, den Förderpreis des Frauenministeriums für ihre besonderen Verdienste in der Arbeit für und mit den Frauen auf dem Land.

Am 02.10.1995 überreichen die saarländischen Landfrauen zum ersten Mal die Erntekrone an den damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog.

Im Jahre 1997 hat der Landfrauenverband Saar e.V. 76 Ortsvereine und insgesamt 5639 Mitglieder.
Er arbeitet völlig selbständig, ist unabhängig und aus dem Leben der Dörfer nicht mehr wegzudenken.
Mit seiner angegliederten Bildungseinrichtung leistet er einen umfangreichen Beitrag zur allgemeinen und politischen Erwachsenenbildung und engagiert sich nach wie vor für die vielfältigen Belange der Frauen im ländlichen Raum.

Im August 1998 verabschiedet sich Maria Rings-Kleer aus der Landfrauenarbeit und wendet sich einer neuen Aufgabe zu.

Ihre Nachfolge tritt am 15.08.1998 Gabriele Krischel an. Die Stelle wird nun vom Ministerium für Bildung und Kultur mit 60% co-finanziert.

Der Schwerpunkt der Landfrauenarbeit liegt nunmehr gezielt auf der bildungspolitischen Ausbildung und dem Engagement der Ortsvereine in der Nachwuchsarbeit und in der öffentlichen Anerkennung der ehrenamtlichen Arbeit der Landfrauen.

Seit 1999 übernehmen die Landfrauen auf dem alljährlich stattfindenden Neujahrsempfang des Ministerpräsidenten des Saarlandes das Catering.

Im Herbst 2001 werden 5 ausgebildete Landfrauen auf dem Agrarempfang der Öffentlichkeit als "Botschafterinnen für Agrarprodukte" vorgestellt, die mit fundiertem Wissen den Verbrauchern gezielt saarländische Produkte vorstellen. Im November wird eine Brustkrebsvorsorgekampagne ins Leben gerufen. 3000 Frauen informieren sich über die Möglichkeiten der Früherkennung von Brustkrebs.

2002: der Verband besteht nunmehr aus 5050 zahlenden Mitgliedern, etwa 350 Frauen sind Ehrenmitglieder und von der Beitragszahlung befreit. Der Rückgang der Mitgliederzahlen und der öffentlichen Zuschüsse schwächt die Landfrauenarbeit durch knappe finanzielle Mittel.

Im Frühjahr 2003 werden Landfrauen zu "Saarländischen Gästeführerinnen" ausgebildet.

2005 starten die SaarLandFrauen das Projekt "Fit mit Milch". Ernährungsfachfrauen unterrichten an verschiedenen Schulen über den gesundheitlichen Wert der Milch.

Am 7. 5. 2006 beschließt die Delegiertenversammlung der Landfrauen die Umbenennung des Landesverbandes der Landfrauen Saar e. V. zu dem neuen Namen Landesverband der SaarLandFrauen e. V.

2007 findet ein Wechsel in der Geschäftsführung statt. Im Januar 2007 übernimmt Vera Backes M.A. als Nachfolgerin von Gabi Krischel die Geschäftsführung.

Frauen auf dem Land - ganz anders als Sie denken!